HONEYLAND
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Thursday, 23. November. 2017
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Die Honeyland-Story

Geschichte über die Anfänge von Honeyland bis heute

1. Die Vorgeschichte

Meine erste Reise

nach Asien bzw. Sri Lanka unternahm ich im Herbst 1984. Ich flog allein, ließ mich am Flughafen abholen und wohnte vier Tage in einem kleinen Gasthaus bei Colombo. Ich fuhr auf der alten Kohlelok von Colombo nach Mt. Lavinia, ließ mich in die Hütten der Armen einladen, trank mit ihnen Tee und verteilte kleine Geschenke. Ich genoss es, überall von irgendjemand angequatscht zu werden.

Alles war für mich exotisch und erotisch und ich wurde in einem Gefühlsrausch von Sri Lanka vereinnahmt. Nach den Tagen in Colombo fuhr ich durch das ganze Land in alten, überfüllten Bussen und klapprigen Eisenbahnen von Süd nach Nord und West bis Trincomallee. Nur den Adams Peak und Jaffna besuchte ich erst bei späteren Reisen.
In den Jahren danach war ich dreimal in Indien und fünf Wochen auf einer Radtour in Thailand - alles erlebnisreiche Individualreisen.

Meine zweite Sri Lanka-Reise
unternahm ich im November 1989 zu dem Zeitpunkt, als in Berlin die Mauer fiel. Viele Orte die ich von der ersten Reise kannte, besuchte ich nochmal und fühlte mich schnell wieder wie zu Hause. Als ich für den Jahreswechsel 2000/2001 eine längere Sri-Lanka Reise plante, gab mir ein alter Freund den Tipp, mit einem Österreicher, der sich bei Kandy niedergelassen hatte Kontakt aufzunehmen. Dies führte zu der Begegnung mit Krishan (ehem. Christian), seiner singhalesischen Frau Nilmini, deren Familie und dem Mitarbeiter Lalith, meinem späteren Manager..
In deren Haus habe ich dann in einem bescheidenen Zimmer, zusammen mit Lalith, während meiner 3-monatigen Sri Lanka Reise mehrmals gewohnt. Es war immer schön, am Nachmittag auf ihrer Terrasse zu sitzen, Gitarre zu spielen und Tee zu trinken. Irgendwann kam die Frage auf wie es wäre, häufiger und länger in Sri Lanka zu leben und vielleicht dort in einem eigenen Haus zu wohnen. Schließlich sei alles doch viel billiger als in Deutschland und in jedem Falle wärmer...
Daraus entwickelte sich die Idee, in Sri Lanka ein Grundstück mit einem Haus, möglichst in freier Natur zu kaufen. Entgegen den meisten anderen Europäer schloss ich den Küstenbereich aus, da mich einerseits die unverbaute Natur lockte und andererseits schon damals der Küstenstreifen teuer und durch den Tourismus verdorben war. Ich wollte mich dagegen nach einem stressigen Arbeitsleben in aller Ruhe in die Natur und Meditation zurückziehen.

2. Der Kauf eines Grundstückes

Auf meiner 3. Lanka Reise
vom 27.03.-22.04.2001 wurde die Idee, ein Grundstück zu kaufen konkret und ich besuchte zunächst mit Krishan und Nilmini eine Teeplantage, die für ca. 50.000 EUR angeboten wurde. Eigentlich wollte ich aber keine Teeplantage kaufen, sondern ein Haus mit einem schönen Gelände; außerdem war die Plantage so steil, dass ich nach dem Rundgang total durchgeschwitzt war und ich auch Bedenken hatte, mich mit der Vermarktung von Tee befassen zu müssen. Ich sagte deshalb für dieses Projekt ab. Anschließend fuhren wir in Richtung Dambulla und dann über eine holprige Landstrasse zu einem kleinen Dorf 12 km abseits von Naula.
Das dort angebotene Gelände war weitgehend flach, mit Sträuchern und Bäumen bewachsen, ca. 60 ha groß, mit eigenem Brunnen und einem kleinen Bach. Ich bin interessiert und zeichne bereits Pläne für Bungalows, Gartenanlage und einen Swimmingpool . Der Kauf zerschlägt sich jedoch, da das Eigentum an dem Grundstück unklar ist und ein schönes Teilstück am Bach schließlich nicht verkauft werden sollte.
Ich fliege ohne Ergebnis nach Deutschland zurück.
Im Juni 2001 erhielt ich einen dringenden Brief von Krishan mit der Empfehlung für einen weiteren in Kurzbesuch Sri Lanka, da ein sehr interessantes Grundstück, ebenfalls in der Nähe von Naula, käuflich sei. Die Besichtigung und der Kauf seien dringend, da es angeblich mehrere Interessenten gäbe (der bekannte Verkäufertrick !). Das Gelände habe eine eigene Quelle und sei sehr schön gelegen, mit Blick bis zur Buddha-Statue in Dambulla.

Nilmini, die Frau Krishans, zelebriert inzwischen, zusammen mit ihrem "Guru", morgendliche Mantras, um mich auf geistigem Wege zum Kauf des Grundstückes zu bewegen !!!.

Ich entschließe mich, das Gelände für die geforderten 22 lakhs = 2,2 Mio Rupien (ca. 55.000 DM) unter der Voraussetzung zu kaufen, dass ein Teil des Geländes (10-Meter-Streifen am Teich) nicht - wie vorgesehen - an einen Nachbarn verkauft wird. Diese Zusage wurde im Nachhinein von Nilmini und dem Verkäufer gebrochen. Es zeigte sich ein weiteres Problem: Das Grundstück konnte angeblich von mir als Ausländer nicht gekauft werde, weshalb es im Grundbuch auf Nilmini eingetragen wurde. Die zugrunde liegende Auskunft war jedoch falsch, d.h., dass es Ausländern gleichwohl gestattet war ein Grundstück gegen Entrichtung der doppelten Grundsteuer zu kaufen.

Wie außerdem spätere Informationen durch die Nachbarn und Lalith ergaben, hat der vorherige Besitzer das Grundstück nicht für 22, sondern nur für 7 Lakhs verkauft. Der Kaufpreis war damit unter den damaligen Verhältnissen total überhöht. Die Gruppe Nilmini/Krishan/Kitsiri war nicht als Vermittler (für angemessene 10-15 Prozent) tätig, sondern hat sich an dem Kauf - unter Ausnutzung meines Vertrauens - schamlos bereichert bzw. ihre persönlichen Vermögensverhältnisse saniert.

Details der Kaufabwicklung bzw. wie man einen Dipl.-Betriebswirt elegant übers Ohr haut, ist auf einer besonderen Seite beschrieben, die ich Interessenten zur Verfügung stelle.

3. Die ersten Aktivitäten auf Honeyland

Vierte Sri Lanka-Reise (09.07.-23.07.2001)
Am 12. Juli 2001 zweite Grundstücksbesichtigung von Honeyland und Diskussion der Ausbaupläne und Nutzung; u.a. Vermessung der Höhendifferenz vom Teich bis Eingang (ca. 25 m) und die Länge (ca. 250 m) für eine evtl. Wasserleitung. Bei dieser Gelegenheit kommt uns ein Mann mit einer weißen Plastiktüte entgegen, aus der Honig tropft, den er kurz vorher in einem wilden Bienenstock geerntet hat. Dies ist der Grund, weshalb wir das Gelände HONEYLAND getauft haben. In den folgenden Monaten, wird in meiner Abwesenheit - unter der Führung von Lalith - das bisherige Haus, das eine bessere Garage ohne Fenster war, umgebaut und zusätzlich ein Nebengebäude mit zwei Räumen für ein Bad und einen Abstellraum gebaut. Somit war das Anwesen für meinen nächsten Aufenthalt vorbereitet und mein Abenteuer konnte beginnen.....

Fünfte Sri Lanka-Reise (01.11.2001 - 22.01.2002)
Zweck dieser fast 3-monatigen Reise war, mein Land endgültig in Besitz zu nehmen und dort zu wohnen.

Auszug aus meinem Tagebuch:
03. November 2001: Erster Tag allein auf Honeyland. Es ist ungewohnt und gleichzeitig befreiend, allein auf diesem großen Grundstück zu sei. Zur Zeit ist alles grün, fast undurchdringlich zugewachsen, außer dem Weg zum Teich. Ich fange an, mein bescheidenes Häuschen vom Vorbewohner zu säubern. Inzwischen kommen die Nachbarsfrau Noni mit ihrer Tochter und nehmen mir die Arbeit ab. Beide arbeiten sehr fleißig und ordentlich. Sie betreuen mich den ganzen Tag, von der Fahrrad-Reparatur bis zur Hilfe in meiner bescheidenen Küche. Das geplante Holzfeuer lasse ich fallen und koche wieder mit Benzin: Es gibt das restliche Dhal (Linsen), das mir vom letzten Bewohner, einem alten Mann vererbt wurde. Es lässt sich sehr gut in einem Tongefäß kochen, allerdings ist es so viel, dass meine folgenden Essen ebenfalls aus Dhal bestehen. Mittags ist es heiß, aber kleine Fliegen verhindern meinen Schlaf, ich lese daher alte Zeitungen, spaziere zum Teich und bewundere mein Grundstück, das ich erst jetzt in seiner vollen Größe erfasse.

Für den Unrat um mein Haus, leider auch Plastik, muss ich mangels Müllabfuhr, ein Feuer anzünden. Gott sei Dank hat Lalith eine Zisterne gebaut, die über eine Leitung vom Nachbarn von einer Quelle gespeist wird. Ich habe somit fliesendes Wasser und erlaube mir, nackt im Freien zu duschen. Dazu hänge ich die Gießkanne an einen Ast, darin den Gartenschlauch und genieße die sanfte Brause. - Jetzt dürfen allerdings keine Nachbarn kommen, denn das wäre bei den "zugeknöpften" Sitten Sri Lankas problematisch.

Aber keine Elektrizität. Die Chancen für einen Anschluss an das öffentliche Netz sind nicht günstig. Ich werde deshalb zunächst für das Licht eine Solaranlage kaufen. Aber was ist mit einem Kühlschrank? Vorläufig kein kühles Bier bzw. gar kein Bier ! Ansonsten gehe ich hin und her, überlege, was zu machen ist, wässere Pflanzen und Bäume. Gegen 18.30 ist es dunkel. Der Nachbar hilft mir eine Kerosinlampe anzuzünden. Noch ein Glas Wasser mit einem Schuss Arrack und mir fallen die Augen zu ......

04. November 2001: Die Nacht habe ich trotz ungewohnter Geräusche der Natur ohne Herzklopfen überstanden; aus Sicherheitsgründen aber alle Fenster geschlossen, um nicht durch irgendwelche Affen oder Hunde gestört zu werden. Glücklicherweise gibt es zur Zeit keine Moskitos, dafür aber allerlei Krabbeltiere, Käfer, Fliegen Mücken, Nachschmetterlinge, von denen viele an der heißen Kerosinlampe verbrennen.

Befreit begrüße ich den Tag. Die einsamen Ängste der Nacht sind verflogen. Zum Frühstück gibt es Tee und den Rest vom Dhal, dazu Ananas und Bananen.
Nach einer kurzen Lektüre packt mich der Ordnungssinn und ich versenke weiteren Müll der Vorbesitzer und -bewohner in einer Grube. Dann beschäftigen sich meine Gedanken mit Plänen, an mein Haus ein Vordach, und außerdem zwei Cabanas und eine richtige Dusche zu bauen.

Für die Toilette wird mir der Bau einer Bio-Gasanlage empfohlen, die jedoch mangels entsprechender Fachleute unrealisiert bleibt. Inzwischen haben wir den Plan aufgegeben und einen 2-Kammer-Klärtank installiert.
05. November 2001: Ich habe mein Fahrrad repariert und fahre damit ca. 50 km nach Dambulla. Es ist heiß, als ich gegen 10 h starte und ich komme am Spätnachmittag schweißgebadet mit allerlei Einkäufen zurück. Am Abend regnet es wieder. An die Geräusche im Dunkeln habe ich mich bereits gewöhnt, trotzdem bleibt es - insbesondere nachts - ungewohnt, allein hier zu hausen

06. November 2001: Ich buddle lange im und um den künftigen Hühnerstall. Beim hantieren im geplanten Badezimmer, da eine Spitzmaus, dort ein Frosch oder ein Schmetterling. Immer wieder sind andere Tiere zu entdecken. Das Essen bleibt karg: viele Bananen, eine Mango, Brot mit ohne ! Tee und Wasser, etwas Arrack . Radio Sri Lanka bringt dazu mir allzu bekannte amerikanische Schlager aus den 60ern und 70ern. Gelegentlich rufen Lalith oder Krishan an.
07. November 2001: Die Lebensmittel-Vorräte sind zu Ende; nur noch ein paar restliche Bananen hängen von der Decke. Der Besuch von Krishan, Nilmini, Lalith und einem Besucher aus Süddeutschland ist deshalb willkommen. Wir fahren zusammen nach Dambulla, um alles Notwendige zu kaufen, von der Schubkarre, Schrauben, 12 Küken + Hühnerfutter bis zu allerlei Lebensmitteln und Obst.

08. November 2001: Viele Stunden bin ich mit meinen Küken und dem halbfertigen Hühnerhaus beschäftigt. Ein Boy bringt mir die 1. Bananenstaude von meinem Grundstück. Der Himmel klärt nach einem heftigen abendlichen Regen wieder auf. Ich sitze fast im Dunkeln und beobachte die Sterne und Leuchtkäfer. Gegen 21 h bin ich im Bett, liege aber nachts lange wach. Kurz nach 6 h stehe ich auf: Was früher unfreiwillig und schwer fiel, ist hier eine Freude und Befreiung.

09. November 2001: Meine Küken haben ihr Haus als neue Heimat akzeptiert und erobern tagsüber pickend und scharrend die Umgebung. In Naula habe ich inzwischen ein Restaurant entdeckt, in dem ich in Zukunft häufig essen gehe und wo es kaltes Bier gibt. Als ich zurück komme, finde ich nur noch 3 von meinen 12 Küken verängstigt im Hühnerhaus sitzen. Offensichtlich hat ein Munko 9 getötet. Es geht als nicht, Federvieh ohne großen Schutzzaun, frei laufen zu lassen.

10./11. November 01: Eine dicke Schlange, ca. 1,5 Meter lang schleicht um das Hühnerhaus und bedroht die Küken. Ich verscheuche sie durch Geräusche. Durch das Haus bewegt scih eine Eidechse und auf der Mauer sitzt ein Chamäleon.

12. November 2001: Ein großer Salamander begrüßt mich früh morgens im Bett - er hat unter meinem Kopfkissen geschlafen und von meiner Wärme profitiert. Lalith kommt mit Johannes, dem großen alternativen Blonden ohne Schuhe aus Süddeutschland zu Besuch. Wir besprechen den Ausbau des Badezimmers und bestellen in Dambulla eine Solaranlage.

So gehen die Tage dahin mit vielen kleinen Erlebnissen und den Pflichten des Tages. Hie und da etwas einsam, aber keine Langeweile. Eine Frau kommt gelegentlich um mir die singhalische Sprache beizubringen, aber meine Kenntnisse bleiben auch nach vielen Stunden bescheiden. Ich scheitere an der Schrift und breche schließlich den Unterricht wieder ab.

Die gelegentliche Fahrt mit dem Fahrrad nach Naula ist nicht wegen der Entfernung, aber wegen den vielen Steigungen, den Schlaglöchern und der Hitze sehr anstrengend. Deshalb gehen mir immer mal wieder die Vorräte aus. Manchmal nur Obst und Hühner-Bouillon, kein Bier, kein Arrack , aber ein billiges und gesundes Leben...

Gottseidank gibt es einen Direktbus nach Kandy der auf Wunsch direkt vor dem Grundstück hält. Einmal pro Woche ist dies eine Gelegenheit für gemütliche Stunden am Pool im Queens Hotel, für einen Besuch im Internet Cafe und für Einkäufe im Supermarkt.

In den nächsten Wochen wird - unter Anleitung Laliths - das Badezimmer gefliest und mit allen sanitären Einrichtungen ausgestattet. Mein Nachbar bringt mit einem Schlepper das Baumaterial. Währenddessen wächst mir mein Gelände übern Kopf. Aufgrund des häufigen Regens sitze ich in einem grünen Gefängnis. Ich bin deshalb auf meinen Nachbarn und Noni angewiesen, die mir helfen, das wuchernde Gras zu bändigen.

Am 29.11.01 kaufe ich zusammen mit Lalith eine Kücheneinrichtung bei Singers in Kandy. Verkaufsleiter Rhaula telefoniert während den Verhandlungen mit Nilmini. Wie sich später herausstellte, ging es dabei um eine Provision. Vom Kaufpreis 94.000 Rupien gingen 6.500 Rupien an Nilmini. Da es hierbei offensichtlich Buchungsprobleme bei Singers gab, musste ich ca. 1 Jahr auf eine Rechnung warten. Erst eine Beschwerde beim Vorstand löste den Knoten und führte zur Versetzung von Rhaula.

02. Dezember 2001: Meine Planungen zum Bau von zwei Cabanas sind abgeschlossen. Sie sollen sechseckig wie Bienenwaben werden, um dem Namen Honeyland gerecht zu werden. Drei Helfer hacken das Gelände frei und ich stecke das Feld für das erste Cabana ab.

Lalith und zwei Tagelöhner betonieren den Verbindungsweg zum Badezimmer, heben einen Graben für die Wasser- und Abwasser-Leitung aus und bauen die Außenmauern des Hühnerhauses mit Backsteinen Lalith ist gerne hier um unter meiner Anleitung zu arbeiten und Nonis Tochter zu sehen.

Wegen der Parlamentswahl und den Unruhen haben die Geschäfte tagelang geschlossen. Am 10. Dezember koche ich meine letzten Kartoffeln. Erfreulicherweise kommt der Montagetrupp für die 50 Watt Solaranlage, so dass ich nun Radio hören und bei bescheidener Beleuchtung abends lesen kann; außerdem eignet sich die Anlage zum Laden von Handys und meinem Rasierer. An meinen beiden Cabanas arbeiten inzwischen fünf Mann. Im Badezimmer ist eine giftige Schlange, die mir einen großen Schrecken einjagt und die ich nach längerem Kampf in der Badewanne ertränke und in einer Flasche, gefüllt mit Arrack , konserviere und zur Schau stelle.

4.Lalith wird mein Manager

Sechste Sri Lanka-Reise 20.02.2002-08.05.2002:
Ich habe von Laliths Bruder ein gebrauchtes Motorrad gekauft, was die Einkäufe in Naula erheblich erleichtert und sich auch für Touren nach Dambulla anbietet, soweit man die nicht ungefährlichen Verkehrsverhältnisse auf der Hauptstraße Nr. 6 akzeptiert.

Lalith kommt jede Woche nach Honeyland, u.a. weil er sich mit der Tochter der Nachbarn angefreundet hat. Andererseits entflieht er gerne dem Diktat seiner Herrin und genießt die freie Atmosphäre auf Honeyland. Deshalb entwickeln wir den Plan einer engeren Zusammenarbeit. Er klärt mich außerdem darüber auf, wie ich beim Kauf des Grundstücks und der Kücheneinrich-tung übervorteilt wurde.

Februar 2002: Bau einer Mauer an der Einfahrt zum Grundstück mit anschließendem Zaun.

02. März 2002: Den ganzen Tag mit Arbeiten beschäftigt: Dachrinne abdichten, Tür zum Hühnergatter montieren, Blumen pflanzen und wässern, Komposthügel anlegen, kochen (Kartoffeln mit Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer). An der Einfahrt pflanze ich zwei selbst gezogene jak trees - sie werden mich nicht nur überleben, sondern auch eine bleibende Erinnerung sein. Abends beobachte ich eine Fledermaus, die jetzt regelmäßig durch die Veranda fliegt und eifrig Insekten vertilgt. Angeblich ist auch ein Stachelschwein auf dem Grundstück, das ich aber trotz langer Suche nicht entdecken kann.

Daily News: Two killed by wild elephants in Naula and Sigiriya .....A father of four children H.M. Tikiri Banda (47), a resident in Haduwa Area of Naula police division is one of the victims. The elephants have moved to the border village from sanctuaries and causing damages in the village. However the wildlife conservation officials are unable to adopt a permanent solution to avoid this situation.

26. März 2002: Ich erlebe das 1. tropische Gewitter mit einer Blitzorgie unbekannten Ausmaßes. Die Szenerie ist stakkatogleich kurzfristig taghell erleuchtet. Cabana 1 mit dem fast fertigen Dach zeichnet sich gespenstig gegen den Himmel ab.

31. März 2002: Das Dach von Cabana 1 wird mit Palmblättern gedeckt. Richtig hübsch sieht sein 6-eckiger Hut aus. Nun ist noch der Nassbereich fertig zu stellen. In einem Monat wird auch Cabana 2 fertig sein und wir können die ersten Besucher empfangen. In der Isolierung des Küchenherdes haben sich Mäuse eingenistet, die ich trotz Klopfen und Schütteln nicht verjagen kann. Schließlich heize ich den Backofen auf 160 Grad und erlebe, wie kurz darauf eine ganze Mäuse-familie um ihr Leben...

10. April 2002: Lalith kommt auf einer Reise nach Galle vorbei, u.a. um einen Brief von Krishan wegen der Grundstücksabwicklung zu überreichen. Lalith hat laut Krishan - angeblich wegen finanziellen Ungereimtheiten - von ihm die Kündigung erhalten. Diese Behauptung hielt jedoch einer nachträglichen Überprüfung nicht Stand; offensichtlich geschah die Trennung im gegenseitigen Interesse. Ich biete Lalith darauf hin einen Arbeitsvertrag als Manager von Honeyland mit einem Monatsgehalt von 10.000 Rps.an.

15. April 2002: Es ist Buddhist new year. Laliths Großfamilie kommt auf Besuch: Bruder mit Frau und Kindern und der Mutter - zusammen sind wir sieben Personen. Zusätzlich kommt der Nachbar, genannt problem oncle, isst, raucht und trinkt mit uns. Eine halbe Flasche Brandy ist schnell geleert. Es gibt viel Durcheinander in dem kleinen Haus, aber eine schöne Abwechslung ist es doch. Mit einer Selbstverständlichkeit schläft die ganze Familie auf dünnen Matten direkt auf dem harten Fußboden und fährt am anderen Morgen nach Galle zurück. Das 1. Küken ist geschlüpft. Die beiden Glucken sitzen aber noch auf weiteren 30 Eiern , weshalb uns bald eine große Kinderschar erwartet.

20. April 2002: Am Sonntag allein mit dem Motorrad zum Kantalama Tank und Resort. Herrliche Lage am Wasser, eine indische Musikgruppe begleitet das exzellente Buffet. Auf der Rückfahrt werde ich von einem Sturzregen total durchnässt und bin von gefährlichen Überhol- Manövern so genervt, dass ich beschließe, eine altes Auto zu kaufen.

05. Mai 2002: Die beiden Cabanas sind fertig gestellt und bekommen beide ein Symbol und einen Namen gegen Verwechslung: Banana Cabana und Carot Cabana.

Lalith fährt mit dem Motorrad nach Galle und kommt mit unserem Auto, einem 12-jährigen Toyota Corolla, zurück. Entsprechend den hohen Autopreisen in Sri Lanka kostet uns der Veteran 5.000 EUR. Die ersten Reparaturen: Reifen und Stoßdämpfer sind außerdem fällig.

7. Sri Lanka-Reise (29.10.2002-23.03.2003:
Wir stellen eine Köchin ein für 3.500 Rupien pro Monat + Kost und Logis. Dieses Gehalt liegt über dem normalen Tarif. Trotzdem haben wir in der folgenden Zeit immer wieder Probleme, zuverlässige Mitarbeiterinnen zu finden; offensichtlich fehlt ihnen die Kommunikation in einer großen Gruppe, wie es in Sri Lanka üblich ist. Andererseits gibt es Gerede, wenn eine Frau allein mit zwei Männern einsam auf einem großen Grundstück lebt.

Nachdem uns die erste Frau nach zwei Wochen wieder verlassen hat, vermittelt uns Laliths Bruder ein angeblich zuverlässiges Mädchen namens Nilanthi, Mitarbeiterin seiner ehemaligen Teefarm. Bereits nach wenigen Tagen beichtet uns Nilanthi, dass sie von einem verheirateten Mann ein Kind erwarte und dies nicht austragen möchte. Wir fahren mit ihr nach Colombo, verplempern viel Zeit. Lalith ist es höchst peinlich, mit ihr als vermeintlicher Vater in eine Klinik zu gehen. Die Ärzte lehnen einen Eingriff ab, da Nilanthi bereits im 4. Monat schwanger ist. Sie fährt später allein zurück nach Galle, will wieder zurückkommen, wir sehen sie jedoch nie wieder. IhrKind gibt sie zur Adoption frei und geht selbst als Dienstmädchen nach Saudi Arabien.
Inzwischen wird unsere Zufahrt mit Natursteinen gepflastert. Die Arbeit geht schleppend voran, ist teilweise mangelhaft ausgeführt, weshalb wir nacheinander drei verschiedene Maurer- trupps beschäftigen.

31. Dezember 2002: Wir kaufen vier Ziegen und transportieren sie auf der offenen Ladefläche eines LKWs. Die Tiere sind sehr wild und eine zerreißt mir beim Abladen meine Hose. Der Start ins Neue Jahr ist deshalb sehr arbeitsam. Wir führen die bockigen Tiere an Stricken jeweils zu einem Baum und binden sie dort an. Immer wieder verheddern sie sich jedoch mit den Seilen an den Sträuchern und Bäumen der Umgebung. Am Nachmittag reißt sich gar die erste los, bleibt aber im Gebüsch hängen, von wo wir sie wieder einfangen. Sumana, unsere neue Mitarbeiterin kümmert sich künftig um sie. Aber immer wieder reißen sie aus und fressen von unseren Blumen und Pflanzen. Der Zaun ist vollkommen unzureichend und sie finden immer wieder Löcher oder springen gar darüber weg. Schließlich sperren wir sie in den Stall ein und bringen ihnen das Futter - diese Lösung ist jedoch unbefriedigend und nicht endgültig.
1.Januar 2003: Lalith hat am Abend ein Treffen mit dem problem oncle und seiner Tochter. Grund ist, dass sie uns das Wasser abgedreht haben, weil sich Lalith inzwischen von dem Mädchen zurück gezogen hat. Sie droht gar mit Selbstmord, wenn Lalithsie nicht heiratet. Dabei war zwischen den beiden bisher nicht viel mehr als ein Kuss auf die Wange. Er sitzt nun in der Falle und will sie heiraten. Ich rate ihm davon ab. Sumana spricht mit dem Mädchen und beruhigt sie. Die Verbindung kühlt ab und das Mädchen heiratet zwei Jahre später auf Wunsch der Familie einen älteren Mann aus Kandy.

24, Januar 2003: Wir legen einen Gemüsegarten an und planen ein dining house und eine unabhängige Wasserversorgung.

25. Januar 2003: Unsere ersten bezahlenden Gäste bewohnen fünf Tage ein Cabana.

29. Januar 2003: Zwei ehemalige Mitarbeiter von Nilmini starten mit ihrer Arbeit bei uns: Die dicke Köchin Hema und der Tamile Ananda, der für Grundstück und Garten zuständig ist. Sumana verträgt sich jedoch nicht mit ihnen und verlässt uns einige Wochen später.

17. Februar 2003: Grundriss für dining house abgesteckt und Beginn von Aushub und Planierarbeiten. Ein ehemaliger Lehrer von Lalith (wir nennen ihn Mr. Wonderful) mietet sich für zwei Wochen bei uns ein. Er bringt einen Koffer voller Geld mit und macht angeblich Geschäfte mit Indien. Er verschwindet jedoch in Abwesenheit von Lalith ohne weitere Erklärungen von unserem Land und hinterlässt eine offene Rechnung auf Laliths Telefon von 2.500 Rupien. Wie wir später erfuhren, landete Mr. Wonderful im Gefängnis von Colombo... 25. Februar 2003: Ananda und Lalithschlagen einen Weg um unser Grundstück frei. Der jungle track entwickelt sich zum beliebten, aber wegen steilem Anstieg zum anstrengenden Kontroll- und Spaziergang am Spät-Nachmittag.

05. März 2003: Lalith kommt nach längerem Ausflug von Galle zurück und informiert mich, dass er sich mit Sungee verloben will.

8. Sri-Lanka Reise (29.10.-2003-30.01.2004)
Zwei junge Frauen aus Bayern besuchen uns und bleiben drei Tage. Zur Verwunderung Laliths trinken sie am Abend zusammen fünf Flaschen Bier und benehmen sich sehr locker. 11. November 2003: Unsere Köchin Hema (45) hat mit Ananda (23) ein Verhältnis angefangen, weshalb beide immer unzuverlässiger werden. Außerdem blockieren sie ein Cabana. Wir entschließen uns deshalb, Hema zu kündigen, worauf Ananda auch kündigt und beide zurück nach Kandy fahren, wo sie einige Monate später heiraten.

Wir inserieren in der Zeitung für ein neues housemaid und einen Gärtner.

15. November 2003: Mit Hilfe Laliths Bruder und seiner Verbindung zu einem Minister werden wir Stromanschluss bekommen. Der Vorgang zieht sich jedoch - trotz mehrerer Interventionen - monatelang hin und kostet mich schließlich 2.500 EUR. Einige wenige Nachbarn, die von der neuen 800 Meter langen Leitung auch profitieren, beteiligen sich mit einem geringen Betrag. Dieübrigen sagen nicht einmal thank you.

Wer längere Zeit in Sri Lanka wohnt, lernt die Kehrseite der singhalesischen Gesellschaft kennen: Streitigkeiten und Neid unter Nachbarn, perfekte Lügen, Betrügereien, eine gewisse Bequemlichkeit und die Geschäfte der Priester. Insofern kein Grund um von Deutschland nach Sri Lanka zu gehen. Auch entsprechen viele Strände nicht unseren hygienischen Vorstellungen. Und alle, die einmal in Sri Lanka Geld ausgeliehen haben, tun dies nie wieder ...

22. November 2003: Ersten Honigwein produziert und nach 12 Tagen getrunken. Ein Elephant hat in den Bergen die Wasserleitung zerstört, weshalb wir einen Tag ohne Wasser sind.

27. November 2003: Notartermin in Kandy. Nach langem Hin und Her wird das Grundstück von Nilmini auf mich übertragen. Die Kosten von 60.000 Rupien gehen zu meinen Lasten. Einen Monat später erhalte ich die Eigentumsurkunde (deeds).

12. Dezember 2003: Der gepflasterte Weg zum Teich ist fertig. Nunmehr haben wir vom Eingang bis zum Bach auch bei Regen einen begehbaren Weg.

1.Januar 2004: Wir haben eine neue ältere Mitarbeiterin, die sich mit Mann und Tochter vorstellt. Außerdem beginnt der Gärtner Weerasingha aus Haduwa mit seiner Arbeit. Um von unserem Nachbarn unabhängig zu sein, beginnen wir, eine Wasserleitung zu unserem Teich zu bauen, die mit einem Elektromotor betrieben werden soll.

04. Januar 2004: Einweihung der Elektroleitung durch ein Member of the parlament mit einer Zeremonie am Straßenrand. Der neue Kühlschrank ist mit Bier gefüllt und wartet auf den Strom um es kühlen zu können. Die erste Party findet mit 12 Personen in unserem neuen, hell erleuchteten dining house statt. Aufgrund der Möglichkeit zu kühlen, steige ich vom Sri Lanka Frühstück mit Reis, Kichererbsen und Zwiebeln auf Toast mit Butter, Käse und Marmelade um und frühstücke seitdem allein, soweit keine Touristen da sind oder die Köchin meine geliebten string hoppers (spezielle Nudeln) macht.

18. Januar 2004: Weniger Tage später funktioniert auch unsere Wasserpumpe, damit sind wir unabhängig von unserem unberechenbaren Nachbarn.

20. Januar 2004: Lalith und Sangee erwarten im April ein Baby. In dem ersten alten Haus wird es deshalb eng werden und entschließe mich zu einer letzten großen Investition, dem Bau eines Hauses für die Mitarbeiter (staff house).

30. Januar 2004: Wir haben in Colombo eine Boxerhündin, namens Tiny gekauft, die sich um die Sicherheit des Geländes, insbesondere in der Nacht verdient machen soll.

9. Sri-Lanka-Reise (29.06.-26.07.2004):
Überraschend finde ich bei ebay für 250 EUR einen Flug nach Colombo und habe das große Glück auf dem Hin- und Rückflug in der Buisiness Klasse sitzen zu dürfen und bestens bedient zu werden. Ich hatte Lalith gebeten, einen Besucher namens Retnug = Gunter rückwärts gelesen am Flughafen abzuholen. Er ist somit überrascht und erfreut, mich wieder zu treffen.

Das dreimonatige Baby Mishan begrüßt mich wie einen alten Bekannten und Sangee ist auch nach der Geburt immer noch rund und isst weiterhin für Zwei...

Einige Sachen sind in meiner Abwesenheit kaputt gegangen, und am Auto sind ständig irgendwelche Reparaturen notwendig. Erfreulich ist aber, dass unser Teich inzwischen voll umgemauert ist und über eine Treppe erreicht werden kann. Nachdem wir dort auch zwei Liegestühle aufgestellt haben, entwickelt sich der Teichbereich zu einem gemütlichen Platz, wo ich Radio höre, Gitarre spiele, lese, schwimme und die Natur beobachte... Inzwischen haben wir neben dem dining Haus eine Tischtennis-Platte aus Zement bauen lassen, die sich auch als Tisch für Parties gedacht ist. Spielen ist zur Zeit aber wegen der Hitze im Allgemeinen erst kurz vor Sonnenuntergang zu empfehlen.

15. August 2004: Start mit Honeyland Auktionen über ebay

10. Sri-Lanka-Reise (03.11.2004-30.01.2005):
Schöner Empfang auf Honeyland. Alles in bestem Schuss, sauber und schön dekoriert mit Blumen und Pflanzen. Insbesondere das dining house kann sich sehen lassen und das staff house ist im Rohbau auch schon fertig. Laliths Schwiegereltern haben inzwischen die Raten für das Hochzeitsgeschenk Waschmaschine nicht weiter bezahlt und es warten weitere Rechnungen für Elektrizität und Telefon auf mich, so dass ich außerplanmäßig um 50.000 Rupien erleichtert werde.

25. Dezember 2004: Anlässlich einer Küstentour Beruwela am Nachmittag Richtung Negombo verlassen und am 26. Dez. rechtzeitig nach Honeyland zurück gefahren. Von dem Tsunami habe ich erst am Abend erfahren.

20. November 2005: Einrichtung der Website sri-lanka.held.it

1.Februar 2006 : Bau eines weiteren Cabanas auf Basis 50-Jahre-Erbpacht für eine Langzeit-Touristin aus Hamburg. Weitere Interessenten aus Deutschland melden sich, die sich auf Honeyland ein preiswertes Refugium schaffen wollen.

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